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E-Scooter: 4,- Euro fürs Laden verdienen …

Ich liebe Veränderungen. Das habe ich – so Glaube ich zumindest – schon häufiger erwähnt. Vielleicht nicht in diesem Blog, aber in meinen anderen Blogs. Diese Veränderungen bringen auch immer mal wieder Chancen mit sich, um neue Einnahmequellen zu erschließen. Die neuen E-Scooter zum Beispiel, die in Deutschland jetzt nach und nach die Straßen erobern werden. Lime – ein Anbieter, der zuerst Elektro-Fahrräder zum Ausleihen angeboten hat – bringt jetzt ebenfalls solche E-Scooter auf die Straßen und bietet gleichzeitig ein Programm, bei dem Selbstständige für das Laden dieser E-Scooter bezahlt werden. Auf dieses Programm bin ich zufällig bei Facebook gestoßen und da ich immer offen für Neues bin, dachte ich mir, ich bewerbe mich einfach mal.

4,- Euro pro geladenen E-Scooter

Der Verdienst liegt bei 4,- Euro pro geladenen E-Scooter, allerdings nur, wenn noch ein paar zusätzliche Faktoren eingehalten werden. So werden die E-Scooter erst nach 21 Uhr zum Einsammeln freigegeben, es sei denn, der Akku des Scooters ist schon vorher leer, dann kann er den ganzen Tag über eingesammelt werden. Weiterhin muss der E-Scooter zwischen 5 bis 7 Uhr des Folgetages wieder an seinen Standort verbracht werden, er darf also nicht irgendwo im Stadtgebiet abgestellt werden, sondern an einem dafür vorgesehen Ort, wobei es mehrere in der Stadt gibt und in der App eingesehen werden kann, an welchen Ort noch Platz für den Scooter ist. Eingesammelt werden die Scooter also am Abend und verteilt werden sie dann am Morgen im Stadtgebiet. Sollte eine dieser Vorgaben nicht eingehalten werden – zusammen mit der Vorgabe, dass der Akku nach dem Aufladen zwischen 95 und 100 Prozent haben muss- wird der Verdienst geringer.

Und eine weitere Einschränkung kommt hinzu, denn eine Person darf maximal 10 E-Scooter gleichzeitig einsammeln und laden. Das würde einen möglichen Verdienst von 40,- Euro am Tag bedeuten.

Aber es gibt natürlich auch Kosten

40,- Euro am Tag, das hört sich jetzt für einige verlockend an, aber es gibt natürlich auch Kosten. Die Teilnahme am Programm selbst kostet zwar nichts, dafür aber der Strom, der zum Laden der E-Scooter benötigt wird und das Transportmittel, welches zum Einsammeln und zum Verteilen der E-Scooter benötigt wird.

Ich habe heute schon einmal einen solchen E-Scooter eingesammelt und kann sagen, dass die Dinger ziemlich groß sind, sodass das Einsammeln wohl nur mit einem kleinen Transporter Sinn macht und auch schwer. Meine Hoffnung war, dass diese E-Scooter zumindest eingeklappt werden können, ist aber nicht der Fall, sodass ein Transport mit einem Lastenbike oder einem Fahrradanhänger schwer werden könnte.

Und es braucht auch Platz, denn wenn wirklich 10 E-Scooter gleichzeitig geladen werden sollen, braucht es einen Raum, wo diese untergestellt werden können und in dem sich auch genügend Steckdosen befinden, denn 10 Ladekabel sollten nicht einfach an eine Verteilerdose geklemmt werden, zumindest dann nicht, wenn auch die Sicherheit beachtet wird.

Meine Vermutung ist also, dass kaum jemand wirklich 10 E-Scooter gleichzeitig laden wird, der tatsächliche Umsatz an einem Tag also niedriger ist, die Zeit – die für das Einsammeln und Verteilen gebraucht wird – aber gleich bleibt und natürlich auch die Kosten für den Transporter.

Versteht mich bitte nicht falsch. Ich möchte mit diesen Ausführungen niemanden das Programm madig machen, ich möchte aber schon darauf hinweisen, dass die 4,- Euro pro E-Scooter-Ladung eben nicht der Gewinn ist, sondern dass ihr hier durchaus 40-50 Cent für den Strom abziehen müsst und eventuell noch einmal 1,- Euro für den Transport, wobei sich die Kosten für den Transport natürlich minimieren, umso mehr E-Scooter in euren Transporter passen. Und wenn es mehr als 10 sind, dann könnte es sich sogar lohnen, sich mit anderen Personen zusammenzutun, die ebenfalls an diesem Programm teilnehmen und mit diesen den Transport gemeinsam zu organisieren, was dann für beide eine Win-win-Situation wäre, da ihr zu zweit auch schneller den Transporter Be- und Entladen könnt.

Zu den Kosten kommt noch hinzu, dass am Anfang zwar ein paar Ladegeräte kostenlos vergeben werden, aber keine 10 Stück. Ich habe heute zum Beispiel vier Stück kostenlos bekommen, die restlichen sechs Stück kann ich – wenn ich mich als zuverlässiger Partner erweise – noch zusätzlich käuflich erwerben. Wie teuer diese sind, kann ich jetzt noch nicht sagen, aber auch dieser Hinweis ist wichtig, um zu verstehen, dass es nicht ganz ohne Investitionskosten funktioniert.

Und jetzt?

Jetzt schaue ich mir die Entwicklung weiter an und ich werde versuchen, den Verdienst zu optimieren. Da ich zum Beispiel keinen Transporter besitze, ist mein Ziel, einen weiteren Juicer – so heißen die Personen, die die E-Scooter laden – zu finden, der eben einen solchen Transporter besitzt und mit diesem zusammen dann den An- und Abtransport der E-Scooter zu organisieren. Nur so würde eine ernsthafte Teilnahme an dem Programm Sinn machen, zumindest dann, wenn am Ende auch noch ein Gewinn dabei erwirtschaftet werden soll.

Ebenso werde ich schauen müssen, wo ich die E-Scooter am besten auflade. In der Wohnung möchte ich keine 10 E-Scooter stehen haben und im Keller gibt es nur eine Steckdose, die mit meinem Stromzähler verbunden ist.

Ein wenig negativ stößt mir auch noch die Tatsache auf, dass ich im schlimmsten Fall auch für Schäden haften könnte, die ich nicht verursacht habe, weil mir diese beim Einsammeln der E-Scooter nicht aufgefallen sind. Natürlich versucht Lime hier die eigenen Kosten zu minimieren, nur weiß ich nicht, ob das wirklich so sinnvoll ist, um Vertrauen aufzubauen. Auf der anderen Seite kann Lime natürlich nicht wissen, ob ich nicht tatsächlich für den Schaden verantwortlich bin.

Weiterhin bin ich gespannt, ob auf die 4,- Euro auch noch die Mehrwertsteuer gezahlt wird, sonst würde sich ein möglicher Gewinn noch weiter senken. Es gibt also noch ein wenig was zu klären, was aber eben auch immer das Spannende an neuen Dingen ist. Offen sein, nicht sofort alles Verteufeln und schauen, ob sich, nach einem kritischen zweiten und dritten Blick auf die Sache, nicht doch etwas Entwickeln kann. Ich werde euch hier auf dem Laufenden halten.

Mich interessiert aber auch, wie ihr zu dieser Sache steht? Lasst doch eure Gedanken hier in den Kommentaren da, lasst mich die Sache aus eurem Blickwinkel sehen und gebt mir so eventuell die Chance, auch noch andere Argumente und Fakten in die Entwicklung mit aufzunehmen.

4 Comments

  1. Siamak Akhtari
    Siamak Akhtari 25. Juli 2019

    Geh Pfandflaschen sammeln da kommt mehr raus. Willst du selber die großen und schweren E-Scooter ein und ausladen den ganzen Abend? Wenn nicht, kannst du aus der Tasche noch was drauf zahlen. Für diese 40€ Umsatz, musst du im Normalfall mindestens 1 Mann 3 Stunden beschäftigen und bezahlen. Das sind mit Lohnnebenkosten locker 3× 13€ also 36€. Mit Nachtzuschläge kommst du bestimmt auf 50€. Und sogar damit ist es fraglich, ob du Mitarbeiter findest, weil nicht Jeder geht für das Geld nachts so eine Drecksarbeit machen in der Kälte. Glaub mir, ich rede aus Erfahrung. Leite ein Umzugsunternehmen in Hamburg und beschäftige 30 Mitarbeiter und ich kann dir versichern, es ist nicht einfach gescheites und zuverlässiges Personal zu finden. Und das bei einem im Verhältnis zu der Scooter Geschichte recht entspannten Umzugshelfer Job.
    Dann bezahl mal noch die Stromkosten, Spritkosten und Fahrzeug Unterhaltung. Und dann bezahl noch die ganzen Steuern, deinen Steuerberater und 100 weitere Kosten, die auf dich zukommen als Selbstständiger in Deutschland. Wie gesagt, geh lieber Pfandflaschen sammeln, oder jonglier mit Äpfel an der Ampel, da hast du mehr von und machst dich nicht kaputt. Gruss, Sam

    • SvenBuchien
      SvenBuchien 25. Juli 2019

      Hallo Sam,

      irgendwie vermittelt mir dein Kommentar den Eindruck, dass du den Artikel nur überflogen hast. Die Kosten für Strom und Steuern sind da schon beachtet und klar musst du das Ganze als Einzelunternehmer machen, bzw. als GBR, wie ich es oben geschrieben habe und es kann nicht das einzige Standbein sein, denn der Transporter, der für die Arbeit gebraucht wird, finanziert sich nicht durch diese Arbeit. Weitere Personen einstellen kannst du dafür nicht, nicht einmal auf 450,- Euro Basis. Braucht es aber auch nicht, denn so schwer sind die E-Scooter gar nicht und 10 Stück davon hast du innerhalb von einer halben Stunde eingeladen, du solltest hier die Arbeit, die auf einen zukommt, nicht überschätzen, aber eben auch nicht den Gewinn, der mit dieser Tätigkeit erwirtschaftet werden kann. Ansonsten bin ich seit knapp 10 Jahren Selbstständig und kenne die Kosten, die auf mich zukommen 😉 …

  2. Sammy Zimmermanns
    Sammy Zimmermanns 13. September 2019

    Hallo Sven, ich bin ein Lime juicer und komme auf recht gute Werte. Du hast mehrere Fehler in Deinen Beitrag, der die ganze Rechnung verändern. 1. Du muss nicht bis morgens warten mit den zurückgeben. 2. die Stromkosten liegen bei ca. 20 Cent pro aufgeladenen Roller.

    Ich habe hier mal alles aufgeschrieben und berechnet, ab wann so ein Job Sinn ergibt:
    https://www.baynado.de/blog/technik/e-scooter-aufladen-so-viel-verdient-man-wirklich

    Nach einer Weile kann ich sagen, dass ich im Schnitt maximal 3 Stunden beschäftigt bin für 8 Rolle rund so nach Abzug aller kosten fast 10 €/h raus bekomme. Ein Pizzatzaxibote verdient auch nicht mehr. Einmal war ich sogar nach 2 Stunden fertig und hätte natürlich auch mehr als 10 Roller geschafft, aber ich will die ganze Sache nicht in Stress ausarten lassen. 😉

    Fakt ist, dass dieser Job nicht für jeden sinnvoll ist. Du solltest schon vorher selbständig sein, ein größeres Auto haben und zentral wohnen.

    • SvenBuchien
      SvenBuchien 14. September 2019

      Hallo Sammy,

      wir können uns sicher über die Details wie dem Strompreis streiten, aber es sind in meinem Artikel nur ungefähre Werte. Das du bis Morgens mit dem Abstellen warten musst, habe ich allerdings nicht geschrieben, sondern nur, dass sie nach dem Laden am Morgen wieder verteilt werden.

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